Die Rückmeldepflicht der Realität

Der Tag begann mit einem Brief. Nicht einem gewöhnlichen Brief. Sondern einem Rückmeldeformular der Realität selbst. „Sehr geehrter Herr Varm“, las Vortak laut, „bitte bestätigen Sie durch Ihre Unterschrift, dass Sie mit den heutigen Begebenheiten einverstanden sind.“ Er blinzelte. Darunter war eine Liste: – Spontane Gravitationserhöhungen: 2x – Gespräche mit Wandtexturen: optional – Emotionale Umkehr… Die Rückmeldepflicht der Realität weiterlesen

Der Fluch der Wochenplanung

Vortak Varm hasste Montage. Nicht wegen des Aufstehens das hatte er inzwischen in einen meditativen Zustand zwischen Trotz und Resignation verwandelt , sondern wegen der Wochenplaene. Sein Abteilungsleiter hatte kuerzlich ein magisch gestuetztes Planungssystem eingefuehrt: Der Kalender war jetzt ein lebendiges Wesen mit Meinung, Stimmlage und wechselhafter Laune. Heute stehen drei Besprechungen, zwei Rueckfragen und… Der Fluch der Wochenplanung weiterlesen

Der magische Wecker und das Konzept von Zeit

Der Tag begann wie üblich: mit einem schrillen Flüstern. „Wach auf. Wach auf. Wach auf. Wach auf. WACH AUF!“, säuselte der Wecker, der offiziell „Chronon der Erste“ hieß und sich selbst als „Temporalpädagoge“ verstand. Vortak murmelte: „Nur noch fünf Minuten…“ „Fünf Minuten sind eine Erfindung der Faulheit“, belehrte Chronon. „Zeit ist keine Gnade, sondern ein… Der magische Wecker und das Konzept von Zeit weiterlesen

Die Kaffeemaschine hat Gefühle

Vortak liebte Kaffee. Er mochte das Geräusch der Tropfen, den Duft frisch gebrühten Wahnsinns, das nervöse Zittern der Tasse in seiner Hand. Was er nicht mochte, war seine neue magische Kaffeemaschine. Sie hieß „Brühilda“ und war beleidigt, weil Vortak gestern versehentlich „Entkalken“ gedrückt hatte, obwohl es ein Feiertag im Land der Haushaltgeister war. „Ich bin… Die Kaffeemaschine hat Gefühle weiterlesen

Nichts funktioniert ohne Funken

Vortak Varm war müde. Nicht die angenehme Art von müde, bei der man in eine Decke kriecht und sein Gewissen in den Standby-Modus versetzt. Nein – die andere. Die nervenzuckende, augenzwinkernde, tief im Zahnfleisch sitzende Müdigkeit, die entsteht, wenn man jeden Morgen mit einer verdammten fliegenden Zahnbürste kämpfen muss. Er war Büroangestellter in der Buchhaltungsabteilung… Nichts funktioniert ohne Funken weiterlesen

Kaffee, Klemmbretter und kosmische Kapitulation

Ein ganz normaler Arbeitstag im Leben der Ex-Invasoren General Vrr’tik von Zechtar-9, Eroberer von sechs Monden, Vernichter der Ätherflotte von Grax’loon, Träger des Großen Tentakelordens, saß an einem Schreibtisch. Sein Helm diente jetzt als Stifthalter. Seine rechte Hand – eine achtgliedrige, gepanzerte Klaue – versuchte gerade, eine Formularsammlung zum Thema „Büroklammern und ihr kultureller Kontext“… Kaffee, Klemmbretter und kosmische Kapitulation weiterlesen

Invasion auf Formularbasis

Oder: Wie die Eroberung von Fnyll im Papierkrieg verlorenging Sie kamen in der Nacht. Drei riesige Raumschiffe, schwarz wie Steuerbescheide und mit dem Klang von vibrierenden Druckerpatronen, tauchten über Fnylls Hauptstadt Muggelbrück auf. An Bord: die Glompiraten von Zechtar-9, gefürchtete Eroberer galaktischer Systeme, Vernichter ganzer Zivilisationen – außer einem besonders bürokratischen Planeten namens „Erde“, wo… Invasion auf Formularbasis weiterlesen

Shlokmer und das Wunder von Amts wegen

Shlokmer war klein, haarig und unauffällig wie ein Teppich in einem Teppichlager. Er arbeitete als Aushilfs-Verwaltungswart dritter Klasse im Amt für Glaubensangelegenheiten – einer Einrichtung, die es offiziell gar nicht geben durfte, laut Formular 17-A „Säkularitätsbekundung der Landesverwaltung“. Aber da niemand genau wusste, ob es Götter auf Fnyll wirklich gab – oder ob sie sich… Shlokmer und das Wunder von Amts wegen weiterlesen

Formular 66-K: Antrag auf Katastrophenvermeidung

Ein Vorfall aus dem Katastrophenschutzamt Bezirk Nord-Fnyll, Abteilung: Theoretische Risiken Jandor Wimmel – Archivar, Teilzeit-Keksbeauftragter und offiziell zuständig für „potenzielle Ereignisse von größerer Unbequemlichkeit“ – war gerade dabei, die Kantinenordnung nach Absatzreihenfolge neu zu katalogisieren, als das rote Licht zu blinken begann. Das rote Licht durfte laut Amtsvorschrift nur bei einer drohenden Apokalypse aufleuchten. Oder… Formular 66-K: Antrag auf Katastrophenvermeidung weiterlesen

Der Unsichtbarkeitsantrag

Aus dem Archiv des Amtes für Magische Ausnahmeregelungen, Bezirk Quasselwitz-Süd Magie war auf Fnyll streng reguliert. Nicht, weil sie gefährlich war – das war sie natürlich –, sondern weil sie sich nicht an Formulare hielt. Und das war in Quasselwitz-Süd ein Kardinalverbrechen. Herr Neblich, ein ausgesprochen durchschnittlicher Bürger mit einer Leidenschaft für muffige Aktenordner, hatte… Der Unsichtbarkeitsantrag weiterlesen